
The Elder Scrolls: Legends
Vom Mönch gerettet: Interview mit Legends-Champion Dust103
The Elder Scrolls: Legends
Die TESL Champion Series läuft auf Hochtouren, letzte Woche wurde bereits der erste Champion gekrönt: Dust103 sicherte sich neben dem Hauptpreis auch seinen Startplatz beim Grand Final.
Der aktive Legends-Streamer ist schon seit längerem eine feste Größe in der Turnierszene. Wir konnten ihn kurz von seiner Kartensammlung losreißen, um ihm ein paar Fragen zu stellen.
Name: Reuben alias Dust103 (TheAdventuresofDust)
Standort: England
Beruf: Vollzeitbeschäftigung
Lieblingskarte: Beute!
Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des ersten TESL-Champion-Titels! Das muss ein tolles Gefühl sein, sich so früh in der Saison für das Grand Final zu qualifizieren. Hattest du erwartet, dass es so gut laufen würde?
Überhaupt nicht. Ich hatte gegen viele der Teilnehmer in früheren Partien schon den Kürzeren gezogen. Deshalb war ich besorgt, um es mal vorsichtig auszudrücken.
Wie lang spielst du schon Legends und was hast du bisher erreicht?
Ich spiele Legends jetzt seit einem Jahr. In diesem Zeitraum habe ich häufig die Spitze der Leiter erreicht; es ist immer mein Ziel, irgendwo in den Top 32 zu landen.
In der Turnierszene habe ich drei ESL-Qualifikationen gewonnen und deren Finals glaube ich fünfmal erreicht, seit sie im Oktober starteten. Bisher habe ich aber noch keines ihrer monatlichen Finals gewonnen.
Hat dir diese Erfahrung einen Vorteil bei den Championship verschafft?
Ich habe jetzt über tausend Legends-Spielstunden auf Steam zusammen, dazu kommen viele Stunden mit der Bethesda-Launcher-Version. Ich denke, dass viele der Veteranen in den Top 16 ähnlich viel Zeit hineingesteckt haben wie ich. Ich glaube aber schon, dass es mir geholfen hat, dass ich seit über vier Jahren in der Kartenspiel-Wettkampfszene dabei bin.
Wie hast du dich für die Decks entschieden, die du bei dem Turnier eingesetzt hast?
Ganz ehrlich, damit habe ich ganz schön gerungen. Bei der Zusammenstellung einer Deckauswahl kann ich mir selber im Wege stehen. Ich versuche nämlich, für absolut jedes andere Deck eine passende Antwort zu haben, und das kann eine fatale Richtung sein.
Ich fühlte mich mit meinem Krieger-Deck sehr wohl, das war also auf jeden Fall gesetzt. Bei meinem Kundschafter-Deck versuchte ich, Gier und Kontrollfähigkeiten auszubalancieren. Nach dem Ausprobieren hatte ich das Gefühl, dass ich ein Deck gemacht hatte, das in beiden Belangen ziemlicher Mist war!
Auf mein letztes Deck bin ich völlig überraschend gut eine Woche vor Turnierbeginn gekommen: Eyenie’s mid Monk. Ich hatte gegen dieses Deck einmal bei einem Ranglistenspiel verloren, und sah dabei Karten wie Schlag des Mönchs und Flinker Schlag. Da die nicht häufig verwendet werden, habe ich das erst mal nicht ernst genommen und meine Niederlage darauf zurückgeführt, dass ich überrascht wurde.
Aber dann habe ich erneut gegen Eyenie’s mid Monk verloren, obwohl ich inzwischen damit vertraut war. Da sah ich mir das Deck genauer an und begann damit, es selber zu testen. Es dominierte zwar die Rangliste, aber ein gutes Ranglistendeck ist nicht immer ein gutes Turnierdeck. Deine Auswahl muss nämlich darauf zugeschnitten sein, mit bestimmten Decks fertigzuwerden. Nach ausführlichen Tests fand ich, dass der Mönch sehr vielseitig ist und sich zuverlässig gegen viele andere Decks sehr gut schlägt.
Ich fand heraus, dass das Deck je nach Matchup einen anderen Spielstil erfordert. Es hat nämlich sehr gute Defensivfähigkeiten, kann bei Bedarf aber auch in die Offensive gehen und ordentlich Schaden austeilen. Dank dieser Vielseitigkeit sicherte sich das Deck den letzten freien Platz in meiner Auswahl.
Welches deiner drei Decks hat am besten abgeschnitten? Was würdest du Im Nachhinein gesehen an deiner Auswahl ändern?
Lassen wir die Statistiken sprechen! Mein Kundschafter-Deck erzielte 0-1, der Krieger 4-0 und das Mönch-Deck schaffte sehr überraschende 8-1 – dieses Resultat hat mich umgehauen! Es erzielte zwar keine hundertprozentige Siegesquote wie der Beute-Krieger, aber mit dem Mönch-Deck fühlte ich mich am stärksten.
Rückblickend gesehen hätte ich auf jeden Fall meinen Alduin-Kundschafter anstelle des Control-Kundschafters verwenden sollen. Am meisten Bammel hatte ich vor anderen Kundschafter-Decks, weshalb ich statt eines eher generischen Decks einen harten Konter für sie gebraucht hätte. Würde mein Beute-Krieger gegen einen Kundschafter verlieren, wäre meine Deckauswahl in einer schwierigen Position. So fühlte ich mich mit meinem Krieger-Deck eingeschränkt, denn ich musste es mir aufheben, bis ein Gegner bei seinem Kundschafter-Deck angelangt war.
Ansonsten war ich mit der Flexibilität des Mönch-Decks und der Vielzahl an Matchups mit guten Siegeschancen sehr zufrieden. Dazu kam die sehr niedrige Kurve des Beute-Kriegers, um sowohl Control- als auch andere Aggro-Decks zu zerlegen. Diese beiden Decks haben diesmal die ganze harte Arbeit geleistet – und mit meinem Kundschafter werde ich nochmal von vorne anfangen!
Eine Menge Leute waren verblüfft, wie schnell dein Finals-Match gegen Superthx555 war. Gab es auf dem Weg zum Sieg besonders schwierige Partien oder lief alles glatt?
Auf dem Papier sah das mit zwölf Siegen und zwei Niederlagen vielleicht glatt aus, aber ich konnte mich nicht über einen Mangel an haarigen Situationen beklagen!
Willst du noch etwas loswerden oder jemanden grüßen?
Zunächst einmal Danke an die TESL Champion Series und ihre Sponsoren, dass sie dieses Turnier ermöglicht haben. Es ist unglaublich, wie viel Zeit und Aufwand die Leute hinter den Kulissen in die Organisation stecken, und das muss einfach gewürdigt werden!
Ich finde es toll, dass jeder die Gelegenheit hat, sich anzumelden und bei solchen Events mitzumachen, das tut der Community gut! Grüße an alle, die in der Qualifikation und beim Final dabei waren. Es erfordert eine Menge Zeit und Können, um sich auf so etwas vorzubereiten. Das Turnier hatte ein hohes Niveau und allen Mitstreitern gebührt mein höchster Respekt.
Eyenie verdient hier eine besondere Erwähnung, da ich sein geniales Mönch-Deck so schamlos geklaut habe. Eine Woche musste ich mich damit herumschlagen, bis ich alle Besonderheiten richtig kapiert hatte. Ich hoffe nur, dass ich nicht zu viele Züge gemacht habe, bei denen Eyenie mit dem Kopf schüttelt!
Und danke an die Karte Beute, dass sie mir keine Drachenplattenrüstung gegeben hat. <3
Nochmals Glückwunsch! Wir freuen uns schon darauf, dich im Grand Final spielen zu sehen.