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Fallout 4

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Fallout 4
05. Oktober 2022

Lernt Erik Deitrick kennen – Senior-UI-Programmierer bei den Bethesda Game Studios!

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Erik Deitrick hat an vielen Titeln der Bethesda Game Studios gearbeitet und Fallout, The Elder Scrolls und jetzt auch Starfield seinen Stempel aufgedrückt.

Wir sprechen mit ihm über seine Zeit bei Bethesda Game Studios und die Arbeit als Senior-UI-Programmierer für Benutzeroberflächen.

Welche Aufgabe hattest du, als du bei Bethesda Game Studios anfingst?

Ich fing 2005 hier an – und bin also schon 17 Jahre dabei! Ich habe sofort mit Benutzeroberflächen losgelegt. Viel Erfahrung hatte ich in der Hinsicht nicht, allerdings wurden Leute dafür gebraucht. Das war ungefähr ein Jahr, bevor Oblivion erschien. Ich implementierte einige Menüs und die Minispiele zum Schlossknacken und Überreden. Das erste war recht interessant und anfangs ein Gedächtnisspiel. Die Reihenfolge der Zuhaltungen wurde zufällig festgelegt und die Dietriche der Spieler zerbrachen, bis sie sich alle Positionen gemerkt und die Zuhaltungen angehoben hatten. Aber wir wollten etwas anderes, und eine der Ideen bestand darin, dass die Zuhaltungen nach oben gedrückt wurden und die Spieler klicken mussten, wenn sie sich in der richtigen Position befanden. Das Problem daran war, dass es sich letztendlich als zu einfach herausstellte. Wer Erfahrungen mit Rhythmusspielen hat, weiß, dass sowas recht einfach wird, wenn man das Timing beherrscht. Ich habe dann drei verschiedene Geschwindigkeiten (langsam, mittel und schnell) für die Zuhaltungen implementiert, die jeweils zufällig festgelegt wurden. Das führte dazu, dass man durch geduldiges Warten auf die langsamen Bewegungen ein großes Zeitfenster zum Reagieren und eine hohe Chance auf das Einrasten der Zuhaltung hatte. Gegen Ende der Entwicklungsphase fand ich es immer noch zu einfach und beherrschte es allein basierend auf den Geräuschen mit geschlossenen Augen. Das Feedback zum Schwierigkeitsgrad des Spiels war jedoch ... gemischt. Ich glaube, irgendwann um die acht bis zehn Jahre später saß ich in einer Bar und jemand bemerkte, dass ich eine Jacke von Bethesda Game Studios trug. Als er herausfand, woran ich gearbeitet hatte, sagte er: „Du *** * Du hast meine ganzen Dietriche zerbrochen!“ Das letzte Mal habe ich sowas in der Art vor ungefähr drei Jahren gehört ...

An welchem Projekt hast du am liebsten gearbeitet?

Während der Arbeit an Skyrim dachte ich an meine Zeit in der Highschool zurück, als ich mir Wolfenstein gekauft hatte und einem Gamer-Freund erklärte, wie toll es war und dass er es unbedingt spielen musste. Das war mein erster FPS und er hat mich total umgehauen. Wie auch immer, ich erzählte meinem Freund, dass ich das Spiel richtig gut fand, aber eigentlich Lust auf etwas Ähnliches in einer mittelalterlichen Welt hatte – mit Axt und Schild in einem Verlies. An dem Spiel zu arbeiten, das man schon seit der Highschool spielen wollte, ist echt klasse.

Was war dein erstes Projekt in der Videospielbranche?

Das erste Spiel, an dem ich arbeitete, war Tarzan Untamed von Ubisoft. Bis zum Erscheinen verging einiges an Zeit und ich spielte es dann nicht mal, als es herauskam. Erst Jahre später bei Cartoon Cuts (einem Friseur für Kinder, bei dem man sich die Wartezeit mit Cartoons und Videospielen vertreiben konnte) sah ich das fertige Produkt. Ich weiß noch, dass ich mich fragte, ob noch was von meinem Code in dem Spiel war. Ich sagte dem Jungen, der das Spiel dort spielte, dass er Tarzan springen und von Liane zu Liane schwingen lassen sollte. Er war bestimmt verwirrt, dass ihm ein Erwachsener sagte, wie er spielen sollte, und gab mir schließlich einfach den Controller, damit ich ihn in Ruhe lasse. Aber ich fand es toll, dass sich die Lianen genauso verhielten, wie ich es damals geplant hatte.

Erzähl uns deine Lieblingsgeschichte von der Arbeit.

Die wird ein bisschen länger!

Nachdem Skyrim erschienen war, hatte ich das Vergnügen, ein ganzes Wochenende damit zu verbringen, dem Charakter meines Sohns dabei zu helfen, im Spiel zu heiraten. Ich hatte ihm gesagt, dass Ehepartner einen Laden eröffnen und Geld für den eigenen Charakter verdienen können, während man unterwegs Abenteuer erlebt. Allein das hatte es ihm angetan, also wollte er heiraten. Er war damals sechs oder sieben und spielte nicht unbedingt so, dass ihn die NPCs mochten. Nachdem ich ihm erklärt hatte, wie er das Amulett von Mara kriegt, gingen wir von NPC zu NPC, um eine Partnerin zu finden. Lustigerweise habe ich viel daraus gelernt, welche Frau er suchte. Seine Kriterien lauteten: „Jemand mit einem hübschen Gesicht und einer netten Stimme, der mich nicht umbringen will.“

Tragischerweise hassten ihn alle NPCs. Ich erinnerte mich daran, dass Mjoll in Rifton den Spieler auf eine Quest schickt, um ihr Schwert zu finden. Also dachte ich mir, dass sie ihn vielleicht heiraten würde, wenn er die Quest absolviert. Also fanden wir ihr Schwert, schlossen die Quest ab und siehe da – sie wollte ihn heiraten! Mjoll hatte einen Anhänger namens Aerin in Rifton mit einigen Dialogzeilen wie „Ich habe Mjoll noch nie so unglücklich gesehen“ und „Eines Tages sollte ich diesen Ort verlassen“. Also, mein Sohn heiratet, kommt aus der Kapelle und trifft Aerin, der sagt: „Ich habe Mjoll noch nie so unglücklich gesehen.“ Wir taten das als schlechtes Timing ab und gingen weiter. Als sie in sein Haus in Weißlauf einzog (in dem auch Lydia wohnte), zog auch Aerin ein. Leider behielt er seine Dialoge aus Rifton und mein Sohn hörte in seinem winzigen Haus mit vier Bewohnern in Weißlauf Sachen wie „Ich habe Mjoll noch nie so unglücklich gesehen“ und „Eines Tages sollte ich diesen Ort verlassen“. Mein Sohn wurde immer wütender und schlug dann vor, dass wir Aerin zum Jagen einladen und es „wie einen Unfall aussehen lassen“. Ich sagte ihm, dass er ihn nicht töten kann, weil dann ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt würde, und die Antwort eher ein größeres Haus wäre. Ich schlug ein schönes in Windhelm vor, das groß genug wäre, damit er Aerin nicht ständig begegnet. Also machten wir uns an die Quest, um das Haus zu erhalten, aber irgendwas funktionierte nicht. Ich sagte ihm, dass wir mit der Bürgerkriegsquest weitermachen müssten, um das Haus kaufen zu können. Wir spielten sie also und dann kam der Teil, in dem es darum geht, Weißlauf zu stürmen. Währenddessen kochte ich was und hörte ihn plötzlich von unten brüllen. Ich ging runter und er saß tränenüberströmt vor dem pausierten Spiel. Ich fragte ihn, was los wäre, und er rief: „Überall gibt es Kämpfe und Feuer und ich weiß nicht, ob es meinem Pferd gut geht, und ich weiß nicht, ob es Mjoll gut geht, und ich will doch nur, dass alles in Ordnung ist.“ Ich versicherte ihm, dass er einen früheren Spielstand laden könnte, und nahm dann den Controller, um ihm zu zeigen, dass es seinem Pferd gut ging (obwohl überall Feuerbälle explodierten). Er ließ mich dann für ihn kämpfen und bei jeder Person, die ich erledigte, sagte er: „Ich glaube, das war er. Ich glaube, das war Aerin. Er kämpft für den Bösen. Du hast ihn umgebracht!“

Nach der Schlacht will sich dann plötzlich die Tür zu seinem Haus nicht mehr öffnen. Wir spielen die Quest mit dem Jarl also zu Ende und versuchen es noch einmal. Diesmal klappt es, aber als er durch die Tür geht, steht ihm Aerin im Weg, der meint: „Ich sollte hier wirklich verschwinden.“ Da ließ mein Sohn einen so markerschütternden Urschrei los, dass ich dachte, der Controller zerplatzt in seinen Händen. Falls also irgendein Modder mal eine Mod erstellt, in der man einen NPC auf die Jagd einladen kann, um ihn zu töten, ohne dass ein Kopfgeld auf einen ausgesetzt wird: Ich kenne mindestens einen, der sie herunterladen wird.

Was gefällt dir an der Arbeit für Bethesda Games Studios am meisten?

Meine Kollegen. Sind die Kollegen gut, kann ich an einem Spiel arbeiten, das mir eigentlich nicht gefällt, aber anders herum würde das nicht klappen. Zum Glück arbeite ich mit coolen Kollegen an Spielen, die ich mag.

Es gibt viele Jobs, bei denen die Leute selbst nach einer Erklärung nicht wirklich wissen, was man macht. Nun, ich erschaffe Videospiele, etwas, das vielleicht Millionen von Leute gespielt haben – ich kann also einfach aufs Endprodukt zeigen. Ein klasse Gefühl!

Worauf bist du bei der Fallout-Reihe besonders stolz?

Ich habe an Fallout 3, Fallout 4 und Fallout 76 gearbeitet. Für Teil 3 und 4 habe ich lange an der Benutzeroberfläche des Pip-Boy gewerkelt. Vergesst den Überlebensmodus, für eine echte Herausforderung solltet ihr während des Spielens die Pip-Boy-App einem Kind überlassen. Wenn eure Ausrüstung und eure Waffen im Gefecht plötzlich ausgetauscht werden, ist das ein ganz neues Erlebnis.

Besonders stolz bin ich aber auf meinen Beitrag zum Hacking-Minispiel in Fallout 3. Ursprünglich war das als Test für die Reflexe gedacht, bei dem man innerhalb eines Zeitlimits die fehlenden Buchstaben eines Passworts ausfüllen musste. Als wir Alternativen dazu in Erwägung zogen, fiel mir wieder ein Spiel ein, das ich mir während der Highschool-Zeit vom Freund meiner Schwester geliehen hatte (nachdem er damit durch war). Letztlich gab er mir nur eine Kopie des Spiels und einen Hex-Editor-Ausdruck der Stelle der EXE-Datei, an der sich die Passwörter befanden. Zwischen all dem unbrauchbaren Text musste ich die Passwörter ausfindig machen und ausprobieren, ob sie funktionierten. Dieses Erlebnis griff ich auf und kombinierte es mit anderen Ideen für das Minispiel. So kam das Endergebnis zustande, wie es noch heute in Fallout 3 zu sehen ist. Damals während der Highschool-Zeit kaufte ich dieses eine Spiel schließlich, weil die Sucherei nach den Passwörtern im Text nervte. Aber das Minispiel erwies sich wirklich als großer Spaß.

Hast du eine Lieblingsstory oder ein besonderes Erlebnis im Hinblick auf die Community?

Ich spiele ab und zu Fallout 76 mit meiner Tochter. Ich sage „ab und zu“, weil sie bloß durch die Gegend wandert, Blumen pflückt und sie mir überlässt. Anschließend baut sie mit meinen Ressourcen ihre eigenen Lager. Die meisten davon haben ein Musikinstrument auf dem Dach und so viele Lagerkisten, wie auf die zentrale Ebene passen. Einmal baute sie unten am Fuß des Hügels von Vault 76 ein Lager, als ein höherstufiger Spieler vorbeikam, der ihr einen Haufen Rezepte überließ. Ich sah dabei zu, wie dieser Typ ihr klarzumachen versuchte, dass sie die Rezepte nur aufzuheben braucht. Doch sie hörte überhaupt nicht zu, weil sie komplett darin versunken war, ihr kleines Ein-Zimmer-Haus ohne Werkbänke mit Lagerkisten zu füllen. Diese geduldige Hilfsbereitschaft hat mich überrascht, in Fallout 76 ist sie aber keine Seltenheit.

Woran arbeitest du als Nächstes? Worauf bist du am meisten gespannt?

Momentan bin ich absolut vertieft in Starfield. Ich bin definitiv gespannt darauf, wie es bei den Spielern ankommen wird.

Vielen Dank an Erik, der sich die Zeit zur Beantwortung unserer Fragen genommen hat. Wenn ihr mit Erik oder jemand anderem bei den Bethesda Game Studios zusammenarbeiten wollt, dann besucht doch unsere Karriereseite und bewerbt euch noch heute!

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