
The Elder Scrolls V: Skyrim
Modder des Monats: Slime_Sire
The Elder Scrolls V: Skyrim
In diesem Monat haben wir ein Gespräch mit Slime_Sire geführt, dem Kopf hinter zahlreichen prachtvollen Spielerheimen.
Deren Themen drehen sich um die daedrischen Fürsten – und sie sind genauso vielfältig wie diese. Spielerheime gehören zu den beliebtesten Mods bei uns, sie besitzen alle möglichen Formen und Größen. Die von Slime_Sire stechen hervor wegen ihrer üppigen, oft organischen Details und stets starker Themen, von denen sie zusammengehalten werden. Es ist nicht leicht, ein übelriechendes Loch oder einen dämonischen Alptraum in ein einladendes Zuhause zu verwandeln, aber Slime_Sire sorgt für so viel Charakter und Zweckmäßigkeit, dass man für immer an Ort und Stelle bleiben will!
Wie bindest du die verschiedenen daedrischen Fürsten in deine Mods ein?
Ich versuche, die Sphäre jedes Fürsten im entsprechenden Heim widerzuspiegeln. In „Waking Nightmare“ beispielsweise existiert das Spielerheim gänzlich im Albtraum eines Jüngers der Vaermina. Oder in „Providence and Pestilence“, was sich komplett um Peryite dreht und wo der Spieler sich mit dem Ausbruch eines virulenteren Stammes desselben Miasmas auseinandersetzen soll, das in der Skyrim-Quest „Das einzige Heilmittel“ zur Entstehung der Befallenen führt.
In all diesen Fällen nimmt die Bewirtschaftung dieser Heime durch den Spieler die Form eines Dienstes am jeweiligen daedrischen Schutzherrn an. Vielleicht habe ich eine Schraube locker, aber ich habe mich immer nach einer Möglichkeit gesehnt, den Daedra in einem TES-Spiel sinnvoller zu Diensten zu sein – so ähnlich wie einer Fraktion. Diese Mods sind der bescheidene Versuch, ähnlich gesinnten Spielern diese Erfahrung zu verschaffen.

Hast du Tipps für das Balancing funktionsfähiger Heime mit interessanten Quests, um an sie zu kommen?
Knifflig an der Ausarbeitung von Quests ist die Entscheidung bezüglich des Schwierigkeitsgrads. Spieler jeder Stufe mit allen Arten von Zaubern und Ausrüstung ziehen plündernd durch meine Dungeons, also lässt sich keines machen, das zu jedem passt. Ich versuche, das zu kompensieren, indem ich zuallerest dafür sorge, dass diese Erfahrungen interessant sind. Die Umgebungen sind ungewöhnlich und aufwendig, die spielerischen Hürden reichen von Rätseln über die Item-Jagd bis zu geskripteten Begegnungen mit wohlplatzierten Gegnern. Wenn ich an meine Lieblings-Dungeons in Skyrim denke, dann kommt mir nicht der Schwierigkeitsgrad oder die Beute in den Sinn, sondern die generelle Atmosphäre. Ich wünsche mir stets eine Ausrede, um zu diesen Schauplätzen zurückzukehren und dort abzuhängen. Indem ich meine Heime zu Erweiterungen der Dungeons mache, mit denen sie verknüpft sind, gebe ich Spielern hoffentlich den Ansporn, genau das zu tun.

Was magst du am Modden am liebsten?
Was ich am meisten am Modding mag, ist tatsächlich das, was ich am wenigsten am Modding mag: Die Fehlerbehebung.
Ich halte mich für einen technischen Analphabeten, und als ich im März mit dem Modding anfing, hatte ich nur ein sehr eingeschränktes Verständnis des Creation Kits. Es hat mich also ziemlich befriedigt, meine kreativen Muskeln langsam anzuspannen und mich an Dingen zu versuchen wie Papyrus-Skripting, Portieren selbstgemachter Objekte oder Arbeit mit Dialogen. All diese Sachen waren anfangs unüberwindbare Herausforderungen – ich hatte keine Ahnung, wo ich anfangen sollte. Aber jetzt zu meinen Mods zurückzukehren und zu sehen, wie diese Features makellos funktionieren, gibt mir so ein cooles, fähiges Gefühl.

Mit welchem daedrischen Fürsten befasst du dich als Nächstes?
Mein aktuelles Projekt „A Call to Order“ dreht sich darum, wie Jyggalag nach den Ereignissen von „Shivering Isles“ seine Macht ausbaut. Ich muss ein öffentliches Lob loswerden für die Sprecherkünste von Daniel Hodge (SoundCloud, Facebook), mit dem ich das Glück hatte, bei meinen beiden letzten Mods („Hermaeus Mora“ und „Sheogorath“) zusammenzuarbeiten. Er ist ein echter Adept dieses Handwerks und ein großer Fan des unvergleichlichen Wes Johnson – diese Charaktere zu sprechen, hat ihm also großen Spaß bereitet. In „A Call to Order“ wird er eine ganze Reihe von Charakteren sprechen, von denen zwei ihre Rollen aus „Shivering Isles“ wiederaufnehmen. Hmm ...
„A Call to Order“ ist auch mein bis dato ambitioniertestes Vorhaben. Ich erschaffe für diese Mod eine eigene Welt, was ein Debüt für mich darstellt. Die Veröffentlichung liegt noch in einiger Ferne (ich ziele auf Mitte bis Ende Oktober), aber Spieler können eine erheblich immersivere Erfahrung als in meinen vorherigen Mods erwarten.
Danach lade ich Spieler in die Jagdgründe von Hircine ein, um dort eine nachtschwarze und schreckliche „Night of the Hunt“ zu erleben. Ich bekomme viele Nachrichten von Lykanthropen-Liebhabern, die sich danach sehnen, besser in Skyrim repräsentiert zu werden. Und deshalb hab ich es mir zur Aufgabe gemacht, es ihnen mit dieser Mod recht zu machen.
Wenn man NOCH weiter in die Zukunft blicken will, dann findet man dort „Only the Loathsome“, wo Spieler in das schäbige Grenzland von Namiras Versenkungsleere reisen. (In meiner Vorzeige-Mod „Zulfardin“ gibt es zwar einen Tempel der Namira. Aber da sie mein Liebling unter den Fürsten ist, kann ich es doch nicht bei einer mickrigen Mod belassen!).

Empfiehlst du irgendwelche Mods?
Sie brauchen wohl keine extra Vorstellung, aber die Spielerheime „Crypt of the Old Guard“ und „Adalvald's Retreat“ von ToggleAI haben damals im Jahr 2017 mein Interesse für Modding geweckt. (Es brauchte drei weitere Jahre, um den Mut aufzubringen, mit dem Experimentieren anzufangen!) Ihre Unordnung und ihr Design fühlen sich so glaubhaft und bewohnt an. Außerdem sind sie so geschickt in Skyrim integriert, dass man sie fälschlicherweise als Features der Vanilla-Version des Spiels ansehen könnte. Diese Art Immersion versuche ich in meinem eigenen Bemühen zu emulieren.
„Cities of the North“ von JPSteel2 finde ich ebenfalls wahnsinnig inspirierend. Diese Mod zielt darauf ab, den wunderlichen alten Hauptstädten in Skyrim (Morthal, Dämmerstern und Winterfeste) neues Leben einzuhauchen. Jetzt fehlt nur noch Falkenring und dann ist die Serie komplett – in jeder Hinsicht eine beeindruckende Leistung!
Jede dieser Festungen ist die Heimat einiger meiner Lieblings-Quests in Skyrim und sie liefern meine Lieblingsumgebungen (besonders die Sümpfe von Hjaalmarsch), aber ich hatte mir immer gewünscht, dass die Hauptstädte selbst optisch ein bisschen eigenständiger wären. Dank der Bemühungen von JPSteel hat nun jedes Epizentrum von Himmelsrand seine ganz eigene Identität!