
The Elder Scrolls V: Skyrim
Modder des Monats: PossessedLemon
The Elder Scrolls V: Skyrim
Raffiniert gestaltete Schauplätze und wohl-getimte Dungeons sind das Markenzeichen von PossessedLemon, ein Modder, der schon alles Mögliche erschaffen hat: von uralten Akaviri-Ruinen bis zu Tante-Emma-Läden und versteckten Behausungen.
Neben der Arbeit an diesen einzelnen Mods hat er sein Talent auch in das kommende Mod-Projekt Beyond Skyrim: Cyrodiil eingebracht. Und über all diese Dinge haben wir mit PossessedLemon im Juli-Modder-des-Monats-Interview gesprochen.
Wie bringst du Persönlichkeit in die Weltregionen, die du designst? Gibt es bei deinem Ansatz einen Unterschied zwischen Häusern und Dungeons?
Der Charakter eines Schauplatzes ergibt sich aus der Antwort auf eine Reihe von Fragen wie „Für was wurde der Ort im Lauf der Zeit genutzt?“, „Fanden hier früher Schlachten statt?“ oder „Wie feiern die Bewohner?“.
Die besten Dungeons besitzen mehrere Ebenen, mit aktuellen Bewohnern, die sich über eine antike Architektur ausgebreitet haben. Da mag es jetzt Banditen geben, die ihre eigenen Geschichte und ihr eigenes Leben haben, während in der entfernten Vergangenheit komplett andere Leute dort hausten. Ein Schauplatz mit mehreren Ebenen erlaubt den Spielern, sich mit der Ebene zu beschäftigen, die sie gerade interessiert. „Kit-Bashing“ (das Vermischen von Architektur-Stilen) betreibe ich am liebsten, um für Persönlichkeit und Charakter zu sorgen.
Häuser spiegeln ihre aktuellen Bewohner direkter wieder, ob es sich nun um eine Familie oder eine Einzelperson handelt, und dort wird tiefer in einzelne Leben eingetaucht. Was ist ihr Beruf? Was essen sie? Hier lassen sich einige interessante Entscheidungen treffen und man kann die Spieler dazu bringen, amüsante Fragen zu stellen wie: „Wie kann es sein, dass es in ganz Cyrodiil all diese Äpfel gibt, aber keine Apfelbäume?“.

Du hast eine ganze Vielfalt von Mods veröffentlicht. Wie balancierst du hier Form und Funktion aus?
Nach fünf Jahren der Entwicklung von Mods – und dem vorangehenden Niederschreiben zahlloser Notizen und Ideen, die ich verwirklichen wollte – habe ich festgestellt, dass Einfachheit der Schlüssel dazu ist, ein Projekt erfolgreich abzuschließen. Es ist essentiell, Dinge zu haben, die vernünftig im Spiel funktionieren. Es ist wichtig, sich selbst zu beweisen, dass etwas möglich ist und dass man erreichen kann, was man will, wenn man nur all das Lernen, Testen und Fehlerbeheben durchsteht, das unweigerlich folgt. Es gibt so viele Projekte, die nur auf Papier existieren, dass es wirklich etwas Besonderes ist, wenn man etwas in die Realität bringt.
Ich habe festgestellt, dass dieser „Heureka“-Moment beim Erreichen von etwas Fantastischem mich auf wunderbare Weise dazu motiviert, Projekte zum Abschluss zu bringen. Es ist wichtig, motiviert zu bleiben. Und manchmal kann sogar so etwas Simples wie das Hinzufügen einer Lichtquelle zu einem Schauplatz dafür sorgen, dass man diesen Moment des Staunens erlebt und ein Projekt wirklich bis zum Ende durchziehen will. Wenn du in einem Gebiet das Licht andrehst, dann knallt das richtig! Für mich war die Form immer ein wesentlicher Teil davon, stolz zu sein und motiviert, die anspruchsvolleren Features zu bauen. Ich neige dazu, mich erst um die Funktion zu kümmern, weil die Form etwas ist, das ich nutze, um mich selbst motiviert zu halten.

Du bist auch an Beyond Skyrim: Cyrodiil beteiligt. Woran arbeitest du bei diesem Mod-Projekt?
Bislang habe ich mich dort ums Leveldesign gekümmert. Am meisten stolz bin ich auf die Innenbereiche von Burg Bravil sowie eine Menge Ayleïden-Dungeons, namentlich Fanacasecul, Vilverin, Atatar und Vanua! Ich habe auch die Blutmähnenhöhle gebaut und noch ein Haus in Kvatch für zwei khajiitische Reporter des Colovian Chronicle namens Assiri-Daro und Hi'jhari.
Wie ist das, mit einem Team zusammenzuarbeiten?
Bei der gemeinsamen Arbeit an Beyond Skyrim: Cyrodiil habe ich so viele Fähigkeiten erworben! Es ist diese Grundphilosophie des Ganzen, dass wir alle Freiwillige sind und daher jeder dazu neigt, äußerst positiv zu sein und die anderen zu ermuntern. Es ist die Liebe zu Elder Scrolls, die uns zusammenbringt, und unsere gemeinsame Absicht ist es, das Projekt zum Abschluss zu bringen.
Wir verwenden Tools wie Trello und Google Docs für eine Zusammenarbeit über Entfernung und Zeiträume hinweg, schließlich gehen viele der Ideen seit mittlerweile sieben Jahren durch die Köpfe von Dutzenden Leuten! Nachdem hinter dem ganzen Projekt keine finanzielle Motivation steckt, geht es uns nur um das Feilen an unseren Talenten und das Teilen der Liebe für Elder Scrolls. Für derlei weltweite Bemühungen sind heutzutage eine Unmenge kostenloser Kollaborations-Tools erhältlich.

Was magst du am Modden am liebsten?
Definitiv die Community. Einer unter tausenden aktiven Autoren zu sein, die Inhalte machen und mit aller Welt teilen, und das nur aus dem Grund, weil man das Spiel liebt und diese Freude mit jedem teilen und darauf aufbauen will. Als ich zum ersten Mal entdeckte, dass meine Mods ins Japanische, Italienische, Deutsche übersetzt wurden, da war ich hin und weg! Ich hörte auch von einem Vater, wie viel Spaß er damit hat, meine Mod „Realm of Lorkhan“ mit seinem Sohn zu spielen, und das hat auf mich jahrelang und bis heute tiefen Eindruck gemacht.
Was ich auch mag, ist, nach meinen Mods auf YouTube zu suchen und gespannt dabei zusehen, wie sie jemand spielt, und dann einen Kommentar zum Video zu hinterlassen, in dem steht: „Hey, ich hab die Mod gemacht! Danke für dieses Video, es hat mich zum Lächeln gebracht!“ Das hat stets zu fantastischen Interaktionen geführt. Es macht Spaß, zu den ersten paar Generationen von Menschen im Internet zu gehören und mit Leuten aus aller Welt zu sprechen und seine Freude zu teilen.

Gibt es Mods, die du empfehlen kannst?
Ganz besonders bewundere ich Mods, die die Möglichkeiten des Spielers exponentiell multiplizieren, besonders wenn es sich um Rollenspiel dreht.
Project Proteus von Phenderix erlaubt einem, die Kontrolle über einen beliebigen NPC im Spiel zu übernehmen und als dieser zu spielen! Das ist bemerkenswert in puncto Storytelling, weil man wirklich die Kontrolle über seine Spielwelt übernehmen kann. Du willst als Ulfric spielen und die Beziehung zu den Dunkelelfen kitten? Nur zu, es ist deine Welt!
