
The Elder Scrolls V: Skyrim
Modder des Monats: MysticMadman
The Elder Scrolls V: Skyrim
Für Skyrim gibt es eine riesige Bandbreite an Mods, die unendlich viele verschiedene Veränderungen im Spiel zur Folge haben.
MysticMadman (Bethesda.net, Nexus) heißt der erfahrene Veteran, der sich bereits seit Oblivion mit dem Modden von Elder Scrolls-Spielen beschäftigt. Er nimmt mit einzelnen Mods verschiedenste Veränderungen am Gameplay vor, indem er dem Spiel komplett neue Völker, neue Begleiter:innen und beschwörbare Kreaturen oder neue Schauplätze, Rüstungen und Waffen hinzufügt. Und nicht nur das – er denkt beim Erstellen der Mods auch an die Konsolenspieler:innen.
Diese Kunstfertigkeit ist ihm selbstverständlich nicht einfach zugeflogen. Im neuesten Modder-des-Monats-Interview nimmt er uns mit auf eine Reise durch seine Modding-Geschichte und spricht dabei über seine Anfänge im Construction Set für Oblivion und welche Community-Mitglieder ihn heutzutage begeistern, nachdem er es geschafft hat, seine Modding-Erfahrung in seine professionelle Arbeit einfließen zu lassen. Egal, ob es um die Fähigkeiten, die man beim Erstellen einer guten Begleiter-Mod erlangt, seine Leidenschaft für tiefgehende Hintergrundgeschichten oder die Kreativität geht, die beim Modden für Konsolen durch die beschränkten Möglichkeiten entstehen kann – MysticMadman gewährt Modder:innen und Mod-Liebhaber:innen jede Menge wertvolle Einblicke.
Wie bist du zum Modding gekommen und wie hast du dir deine Kenntnisse angeeignet?
Meine ersten Modding-Erfahrungen habe ich als Student in den späten 2000ern mit Oblivion gesammelt. Ich weiß noch, dass ich unbedingt herausfinden wollte, wie das Construction Set funktioniert, nachdem ich begriffen hatte, was man damit alles anstellen kann. Woran ich mich auch noch gut erinnern kann, ist, wie ich TESSource, die ganzen talentierten Modder:innen und ihre Mods entdeckt habe und wie weggeblasen ich davon war. Vielleicht war das der entscheidende Moment für mich. Ich bin immer noch fasziniert davon, dass alle die Möglichkeit haben, das Spiel nach ihren Vorstellungen zu verändern und zu lernen, wie sie ihre eigenen Inhalte erschaffen können.
Um mir die Grundlagen anzueignen und meine Kenntnisse weiter auszubauen, habe ich mir hunderte YouTube-Tutorials angesehen und nach dem Trial-and-Error-Prinzip ganz akribisch herumexperimentiert. Als ich dann verstanden hatte, wie man das Spiel mithilfe des Programmcodes per Reverse-Engineering rekonstruieren kann, hat das Modden noch viel mehr Spaß gemacht, weil ich mir die Arbeit von Bethesda ansehen, mich davon inspirieren lassen und mir ein paar Programmiertricks für meine eigenen Mods abschauen konnte.

Deine Mods sind oft erstaunlich komplex und bestechen mit tiefgreifenden Hintergrundgeschichten. Versuchst du, dich mit dem Umfang deiner Kreationen selbst herauszufordern?
Entwickler:innen wie Michael Kirkbride haben die Messlatte in Sachen Hintergrundgeschichte und Worldbuilding ein ganzes Stück höher gelegt, deswegen greife ich oft zu Lore-Büchern aus seiner Feder, um mich inspirieren zu lassen. Lore-Bücher wie „die Annuade, nacherzählt“, „Die 36 Lektionen Vivecs“ und Texte von ihm wie „C0DA“ und „Tatterdemalion: The Lunar Province of Secunda“, die außerhalb der Spiele existieren, spornen mich immer wieder dazu an, mich selbst kreativ herauszufordern.
Ich muss aber zugeben, dass der Großteil meiner Mods am Anfang winzig kleine Anpassungen waren, die ich gern im Spiel eingebaut haben wollte. Im besten Fall verwandeln sie sich dann irgendwann in lebendige Mods, für die ich einen gewissen Stolz empfinde. Bei meinen komplexeren Mods kommt am Ende eigentlich immer etwas Beeindruckendes heraus, das ich mir zu Beginn niemals hätte vorstellen können.
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Du hast mehrere Mods gemacht, die sich um Begleiter:innen drehen. Was ist für dich das Wertvollste daran, diese Mods zu erschaffen und anderen zur Verfügung zu stellen?
Genau wie im echten Leben denke ich, dass wir nur durch die Leute, mit denen wir uns umgeben, wirklich glücklich und erfolgreich sein können. Mods mit Begleiter:innen zu erstellen, gefällt mir besonders gut, weil ich den Leuten, die sie benutzen, dadurch mehr Spaß und ein stärkeres Gefühl der Immersion verschaffen kann. Wie die meisten meiner Mods entwickeln sich die Begleiter:innen im Zeitraum ihrer Erschaffung immer wie von selbst weiter. Es ist fast, als würde man einen imaginären Freund erschaffen, der dann mit anderen Leuten Abenteuer erlebt.

Du erschaffst nicht nur verschiedene Arten von Mods, sondern kümmerst dich auch selbst darum, diese Mods für alle möglichen Plattformen selbst zu veröffentlichen. Was gehört zu dieser Arbeit alles dazu und warum hältst du sie für wichtig?
Im Verhältnis gibt es deutlich mehr Leute, die auf Konsolen spielen als Leute, die auf dem PC spielen. Das heißt wiederum, dass es auf den Konsolen unglaublich viele Leute gibt, die auf der Suche nach qualitativ hochwertigen Mods sind, die explizit für sie erstellt wurden. Es fühlt sich großartig an, diesen Leuten Mods anbieten zu können, weil sie häufig nicht in den Genuss von komplexeren Mods kommen können.
Beim Erstellen von Mods, die auf allen Plattformen funktionieren, achte ich immer darauf, nur das Basisspiel in das Creation Kit zu laden und keinerlei benutzerdefinierte Skripte zu erstellen. Das funktioniert oft richtig gut, weil ich einerseits die Herausforderung genieße, und die Einschränkungen andererseits manchmal dafür sorgen, dass ich kreativer denke, weil ich ganz genau weiß, was mir für meine Arbeit zur Verfügung steht. Ich teste die Mods dann meist direkt auf einer Konsole und bete inständig, dass sie auch bei anderen funktionieren!

Inwiefern hat dich das Modden auf Projekte im professionellen Rahmen vorbereitet?
In den letzten Jahre habe ich immer mehr Verbindungen zu unglaublich talentierten Leuten in der The Elder Scrolls-Community geknüpft. Gemeinsam mit ihnen an Projekten zu arbeiten, war eine gute Vorbereitung auf die Arbeit in dem Entwicklungsteam, zu dem ich jetzt gehöre.
Zu den talentierten Leuten, mit denen ich gemeinsam an meinen Mods gearbeitet habe, gehören unter anderem: IceFireWarden, Urvater des Uutak-Mythos, der das digitale Artwork für eine meiner Mods angefertig hat.
Ich habe riesiges Glück gehabt, jetzt vor Kurzem einen neuen Job als Entwickler bekommen zu haben und viele Kenntnisse, die ich mir im Creation Kit angeeignet habe, auch auf Entwicklungsprogramme mit ähnlicher Software übertragen zu können. Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich durch dieses einfache Hobby, mit dem ich vor so langer Zeit angefangen habe, jetzt wirklich die Möglichkeit bekomme, einen positiven Einfluss auf das Leben tausender Menschen zu haben. Ich hoffe sehr, dass mich meine Mods überdauern und die Leute durch sie einen Eindruck von mir bekommen können.
Gibt es zu guter Letzt noch irgendwelche Lieblings-Mods oder -Mod-Autor:innen, die du hier empfehlen willst?
In der Moddingwelt gibt es so viele wundervolle Leute, dass es mir schwer fällt, mich auf einige wenige zu beschränken. Ich habe das Glück, einige von ihnen kennengelernt zu haben, und auch wenn einige weiterhin rätselhafte Lichtgestalten bleiben, gibt es definitiv ein paar Modder:innen, die mich weiterhin ganz besonders inspirieren, immer besser zu werden: JaySerpa (Nexus), Ershin (Nexus), Xavbio (Nexus) und LokiWasTaken (Nexus).
