
Fallout 4
Buy GameModder des Monats: Fallout: Miami
Fallout 4
Buy GameEin Reiz, den das Fallout-Universum ausmacht, ist das Erkunden neuer Regionen, die von den alternativen historischen Ereignissen des Franchises und der retro-futuristischen Ästhetik gezeichnet sind.
Bei dieser Aussicht reiben sich Spieler bei einem neuen Fallout-Spiel immer die Hände. Wer sich aber auch freut, sind die Modder, die die Möglichkeit ergreifen, diesen „Look“ auf neue Schauplätze auszuweiten. Dort, wo Geschichte, Kultur und Ästhetik der echten Welt auf das düstere und satirische Storytelling von Fallout treffen, entstehen interessante Ergebnisse, wie das Team von Fallout: Miami (Bethesda.net, Nexus) beweist.
Das Team arbeitet schon ein paar Jahre an ihrem Projekt, in dem der Einzige Überlebende in eine Party-Stadt gekommen ist, wo sich Sonnenstrahlen und Strahlung die Klinke in die Hand drücken. Vor Kurzem haben sie „Miami Misadventures – Episode 1“ (Xbox,Nexus) herausgebracht, in der sie ihre Welt und einige der Inhalte vorstellen. Das Katz-und-Maus-Spiel beginnt mit einer Übertragung, die den Spieler auf eine einzigartige Quest mit neuer Waffe, neuem Outfit, Fraktions-Lackierungen und neuem Schauplatz führt. Autor und Synchronsprecher K.Constantine hat uns einen Einblick in die Inspiration und Pläne des Teams gegeben.
Was hat euch an Miami gereizt, dass ihr es als Schauplatz für eure Fallout-Mod genutzt habt?
Die Idee für die Mod kam uns in den späteren 2010ern, als gerade die Synthwave/Neon/Miami-Ästhetik im Trend war, und die hat unseren Projektgründer, Mika999, zu diesem Projekt inspiriert.
Das ist natürlich nicht der einzige Grund, warum Miami ein großartiges Setting für Fallout ist. Es ist auch eine Stadt mit Wiedererkennungswert, viel Kultur und eigener Geschichte, die auch gleichzeitig aufgrund der Lage und Bedeutung der Stadt in die Geschichte des Landes hineinspielt.
Das zu erkunden, ist schon spannend – vor allem vor dem Hintergrund eines schillernden Urlaubsparadieses, unter dessen Oberfläche so einiges im Schatten brodelt, nicht zuletzt dank seiner Nähe zu Kuba. Es gibt Geheimnisse und Rätsel, die an die lange Tradition der Crime-Fiction oder sogar Dingen wie dem Bermuda-Dreieck anknüpfen. Kurzum: Miami hat viel gutes Potenzial für ein Fallout-Setting, und das hat uns schließlich überzeugt. Wir hoffen, dass wir dem mit unserem kleinen, aber feinen Fan-Projekt gerecht werden können.
Ihr habt beschlossen, die Mods, die die Geschichte von Fallout: Miami einführen, episodenweise herauszubringen. Wie ist es dazu gekommen?
Die Miami Misadventures sind in sich abgeschlossene Episoden. Außer ein paar Assets und kleinen Referenzen haben sie keine große Verbindung zu Fallout: Miami. Wir nutzen sie als Art Plattform, um Inhalte wie Waffen und Rüstung mit der Community zu teilen. Die Haupt-Mod von Fallout: Miami veröffentlichen wir, wenn sie fertig ist, weil wir glauben, dass man sie besser im Ganzen genießt als stückweise.

Was erwartet uns in den nächsten Episoden? Kannst du uns ein paar Gegenstände, Waffen, Schauplätze, Kreaturen oder NPCs anteasern?
Unsere Arbeit an Miami Misadventures findet eher neben der Entwicklung der Haupt-Mod statt. Daher gibt es auch keinen festen Zeitplan, wann die Episoden rauskommen, auch wenn wir eigentlich eine ziemlich gute Vorstellung davon haben, was sie beinhalten sollen. Wenn alles wie geplant funktioniert, dann können Spieler in einem zukünftigen Release Fontaine treffen, die Stimme aus dem Radio aus der ersten Episode. Er bringt auch einige neue Spielzeuge mit ins Commonwealth.
Andere Modder und Teams lassen ihre Fallout-Abenteuer an neuen Schauplätzen spielen, und Fans spekulieren immer gerne darüber, wo das nächste Fallout-Spiel angesiedelt sein könnte. Was macht für euch den Reiz aus, sich andere Schauplätze vorzustellen?
Gute Frage. Es gibt wahrscheinlich eine Menge Gründe, und die Antwort auf eure erste Frage wird da mit reinspielen. Ich glaube, ein wichtiger Punkt ist diese einzigartige düstere, satirische Brille, durch die Fallout die Welt betrachtet. Es macht einfach Spaß, sich vorzustellen, wie sich die alternative Geschichte von Fallout und die postnukleare Apokalypse auf Orte aus der echten Welt mit ihrer Geschichte, Kultur und Popkultur auswirken. Es macht Spaß und fühlt sich gut und beruhigend an, Elemente eines bekannten Franchises zu nehmen und sie mit etwas Neuem wie noch unerforschten Schauplätzen und Themen zu kombinieren.
Am Fallout: Miami-Projekt sind viele Leute beteiligt. Was habt ihr vom kollaborativen Prozess gelernt – im Gegensatz zu Soloprojekten?
Kollaborationen sind ein Geben und Nehmen, ein Prozess. Was noch mal doppelt gilt, wenn die Vision, die man für ein kreatives Projekt hat, noch nicht in Stein gemeißelt ist. Das Hin und Her, das Brainstorming, kreative Konflikte, Kompromisse und einfach der Spaß und die Spannung, etwas zusammen zu erschaffen – das sind alles Elemente, die geholfen haben, das Projekt zu formen. Wenn sich die Riege an Entwicklern ändert und das Projekt so groß ist, dass es Jahre braucht, um fertig zu werden, sind gutes Management, gute Organisation und Kommunikation und eine feste grundlegende Kernidee für das Projekt nicht nur wichtig, sondern notwendig. Es war nicht immer einfach; wir haben im Laufe der Entwicklung viel gelernt, sind aber sehr glücklich mit unserem Team. Dass wir unser Ego mal beiseite geschoben und aus verschiedenen Perspektiven zusammen mit anderen an einem gemeinsamen Ziel gearbeitet haben, hat dazu geführt, dass viele von uns mit Fallout: Miami ihre bislang beste Arbeit präsentieren können.
