
Redfall
Lernt Jongnic Bontemps kennen – den Komponisten von Redfall
Redfall
Die Veröffentlichung von Redfall nähert sich mit Riesenschritten, da darf man schon mal die Frage stellen: Zu welcher Musik lassen sich Vampire eigentlich am besten pfählen?
Hier kommt der Redfall-Komponist Jongnic Bontemps ins Spiel! Wir hatten die Gelegenheit, ein wenig mit Jongnic darüber zu plaudern, wie er in dieser Industrie angefangen hat und was seine Musik inspiriert. Und wir ergründen auch, was den Soundtrack von Redfall so besonders macht.
Viel Spaß beim Lesen!
Wie bist du in die Musikindustrie gekommen?
Ich spiele, schreibe und produziere Musik schon fast mein ganzes Leben lang, seit ich im Alter von vier Jahren Keyboard-Stunden bekommen habe. Es war nie mein Plan, tatsächlich Geld mit Musik zu verdienen, sondern es war etwas, das mir Freude bereitete. Als ich in der Tech-Industrie im Silicon Valley arbeitete, meinte ein Freund zu mir, dass eine meiner Hobby-Kompositionen wie Filmmusik klingen würde. Und dann kam mir erst in den Sinn, dass es ja nicht nur in Filmen, sondern auch in Videospielen Musik gäbe. Davor war mir nie bewusst geworden, dass Leute sowas auch beruflich machen. Ich war sofort fasziniert und die Reise begann. Sie brachte mich zum „Screen Scoring“-Masterstudiengang der University of California, wo ich Leute aus Musik, Film und Spiel traf – mit einigen von denen arbeite ich bis heute zusammen. Wie die meisten Karrieren begann alles mit bescheidenen Studentenfilmen und entwickelte sich im Laufe von zehn Jahren langsam zu Spielfilmen und Dokumentation – bis ich schließlich bei Redfall gelandet bin.
Welche Genres und Komponisten inspirieren dich?
Ich bin ein großer Fan von Hip-Hop, Jazz und Filmmusik. Ich liebe besonders Projekte, wo ich diese Genres miteinander kombinieren kann. Bernard Hermann, Chris Beck, Ludwig Goransson oder Alan Silvestri inspirieren mich besonders.
Was war das Erste, was du von Redfall gesehen hast und das den Wunsch bei dir geweckt hat, dieses Projekt anzugehen? Was hat dich an dem Projekt gereizt?
Die musikalische Aufgabenstellung bei Redfall, der Wunsch, Musik zu erschaffen, die eine Mischung aus Hip-Hop trifft Goonies trifft gruselig-witzig ist. Diese Idee hat mich von Anfang an gepackt. So, als ob einer den Startknopf drückt.
Spiegeln sich die verschiedenen Örtlichkeiten und Themen des Spiels auf unterschiedliche Weise in deiner Musik wider?
Wir wollten den Klang Neuenglands in den Soundtrack bringen. Für mich waren das Glocken und Gebimmel. Wer steht nicht auf einen guten Neuengland-Glockenturm (ich habe in Yale Musik studiert, weshalb das „Sweet Caroline“ des Harkness Tower zu meinem Alltag gehörte). Ihr werdet also in der Musik immer wieder Glockengeläut zu hören bekommen. Neuengland beschwor bei mir auch den Klang kleiner Streicherensembles herauf, weshalb alle Streichinstrumente einen kleinen, straffen Klang haben, als ob man sich an einem kalten Tag in einem holzgetäfelten Raum mit feuchter Heizkörperwärme befindet und dort einem Streicherquintett lauscht (ist jetzt sehr spezifisch, ich weiß). Wir legten auch ein paar musikalische Regeln für die Musik fest. Hip-Hop ist für Held:innen, weshalb sich die Musik, die sich um sie dreht, aus diesem Genre speist. Bei Kultisten dreht sich alles um Neuengland-Kammermusik, für Bellwether gibt's militärisches Schlagwerk und für die Vampire elektronische Tanzmusik. Ein echtes musikalisches Genre-Milieu also. Es war für mich der Himmel, all diese Genres zu kombinieren.
Was ist etwas Einmaliges am Redfall-Soundtrack, das dir besonders gefällt?
Auch wenn wir uns durch so viele musikalischen Genres und Stimmungen bewegen, besitzt doch jedes Stück Musik die Redfall-DNA. Die Verwendung der oktatonischen Skala und wiederkehrende Themen vereinen die Musik. So entsteht eine sofort wiedererkennbare akustische Textur, die ganz Redfall ist. Dieser akustische Fingerabdruck ist nicht nur im Spiel präsent, sondern auch in vielen Trailern und dem Marketingmaterial.
Gibt es ein Stück des Redfall-Soundtracks, von dem du denkst, dass er perfekt die generelle Stimmung des Spiels zusammenfasst? Oder erlebt man den Soundtrack am besten wie eine abgeschlossene Geschichte? Und hast du ein Lieblingsstück?
„Vampire Gods“ ist eines meiner Lieblingsstücke. Es besitzt so viel Energie und bringt so viele Klänge und Themen aus der gesamten Spielmusik in einem Track zusammen. Das ist ein Adrenalinschub, den man erleben muss, und das Stück macht einfach Spaß. Allerdings deckt der gesamte Soundtrack so viel ab, von Hip-Hop bis Horror, dass ich wirklich denke, dass es sich lohnt, ihn in seiner Gesamtheit zu erleben.
Hast du irgendeinen Rat für angehende Komponisten, die das hier vielleicht lesen?
Fangt an, mit den Leuten um euch herum Musik zu machen. Fangt an, Filmmusiken mit Leuten auf eurem Level zu machen. Findet den hungrigen angehenden Regisseur und fangt einfach an. Macht Musik mit euren Freunden in eurem Viertel und führt die Musik so oft auf, wie es geht, selbst wenn es nur in eurem Hinterhof ist. Strebt nach einem musikalischen Leben, in dem ihr Musik macht, weil ihr Spaß daran habt, und seid offen gegenüber dem Abenteuer, auf das euch dieses musikalische Leben führt. Vielleicht bringt euch das dazu, dass ihr irgendwann Soundtracks schreibt, instrumentiert, mixt, bearbeitet oder implementiert. Das Schöne ist, dass die Musik sich im Herzen all dieser Jobs befindet – also egal, was das Ergebnis ist, ihr habt immer gewonnen.
Und das war's auch schon. Wir hoffen, dass euch dieses Interview mit Jongnic gefallen hat und dass ihr euch darauf freut, Redfall ab dem 2. Mai zurückzuerobern. Wenn ihr euch anderen Arkane-Fans anschließen wollt, dann kommt gerne auf unseren Discord-Server. Oder folgt uns doch auf Twitter, Instagram und Facebook oder kommt in unseren Community-Subreddit, um in puncto Redfall immer auf dem Laufenden zu bleiben.