
Fallout 4
Buy Game,My Creation‘-Interviews: Atomic Radio für Fallout 4
Fallout 4
Buy GameHeute steht wieder einer der erstaunlichen Mod-Schöpfer aus der Community von Bethesda Game Studios im Rampenlicht.
Diesmal plaudern wir mit Kris Takahashi aus Kalifornien, einem freiberuflichen Werbetexter und Sport-Junkie. Den Traum von einer Karriere als Profiathlet hat Kris längst begraben, dafür hat er sich mit seiner "interessanten" Mod für Skyrim eine Fanbasis in der Mod-Szene aufgebaut, aber auch mit Projekten für Fallout: New Vegas und Fallout 3.
Seit Erscheinen des Fallout 4 Creation Kits ist Kris mit zwei neuen Projekten schwer beschäftigt: Atomic Radio und Tales from the Commonwealth.
Was hat dich zu Atomic Radio inspiriert?
Bei der Entwicklung von Mods sucht man immer nach etwas, was das Grundspiel am besten ergänzt. Da schien mir Talkradio ein Thema zu sein, das bislang relativ unergründet war. Ich hatte schon Mods gesehen, die einfach Sachen aus den 50er und 60er Jahren runterladen, aber das sind keine neuen, speziell für das Fallout-Universum gemachten Inhalte.
Wie schnell kam dir diese Idee, nachdem du mit Fallout 4 begonnen hattest?
Die Idee kam mir schon, bevor ich mit Fallout 4 loslegte. Ich hatte dieselbe Art von Mod bereits für Fallout 3 gemacht, wenn auch mit viel weniger Inhalten. Offen gestanden hatte ich mir etwas Sorgen gemacht, als ich mitkriegte, dass das Grundspiel mit der WRVR-Sendestation schon so etwas wie einen Talkradio-Sender hat, denn dadurch wäre Atomic Radio überflüssig geworden. Doch dann stellte sich heraus, dass WRVR nur für Quests verwendet wird und kein richtiges Radioprogramm ausstrahlt.
Hast du selber DJ-Ambitionen?
Ha! Die Frage kann nur von jemandem kommen, der mich noch nie hat reden hören. Ich klinge nämlich wie ein 12-jähriges Wiesel mit Halsentzündung und ich hasse meine Sprechstimme sowieso. Atomic Radio hat natürlich keinen DJ, was hauptsächlich daran liegt, dass die ganze Vorstellung es nicht erlaubt: Ein DJ hätte keinen Grund dafür, Werbespots aus der alten Welt abzuspielen. Es ist also eine Art geheimnisvolle, unendliche Sendung, wie diese Voyager-Aufnahmen, die wir für die Aliens losgeschickt haben.
Arbeitest du derzeit an Updates für die Mod?
Sobald ich mit meinem anderen Projekt fertig bin, werde ich mehr Inhalte hinzufügen. Aber sie werden erst hochgeladen, wenn ich genug Zeug für mindestens eine Stunde beisammen habe. Wahrscheinlich werde ich nie damit aufhören, neue Sachen dazuzupacken. Schlafen kann ich, wenn ich tot bin.
Wie sieht's mit neuen Projekten für Fallout 4 aus?
Am 28. Juni veröffentlichte ich eine neue Mod namens "Tales from the Commonwealth", die drei Begleiter und etwa 15 Quests enthält. Insgesamt hat sie rund 7.000 Textzeilen und ist 300 Megabytes groß. Sie ist mit meinem Fallout 3-Bundle vergleichbar. Es kehren auch einige der darin mitwirkenden Charaktere zurück.
Mit welchen Mods von anderen Usern hast du experimentiert?
Ich stehe voll auf Klamotten-Mods. Ich bin im Grunde ein erwachsener Mann, der mit Puppen spielt: Ich ziehe meine Siedler an, als wären es lauter Kens und Barbies. Das ist schon ein komischer Kontrast, denn ich persönlich habe zuletzt im April 2009 ein neues Kleidungsstück gekauft – und das auch nur, weil ein Wildfremder meinte, sein Mittagessen über meine Füße verteilen zu müssen.
Um alles herzustellen, verwende ich die Apocalypse Accessories von Elianora, Shirts von Jordan1q2, Agent Outfits von Elise und Armorsmith Extended von Gambit77. Wirklich ein merkwürdiger Kontrast, denn im wirklichen Leben trage ich nichts Spektakuläreres als T-Shirts von Hanes – und Hosen am liebsten gar nicht.
Es gibt noch tonnenweise mehr, aber es ist schwierig, sie alle aufzuzählen. Ich sollte Cheskos Conquest erwähnen, denn er ist ein Twitter-Kumpel. Und True Storms und Campfire von FadingSignal, der war so nett, mich im letzten Interview zu erwähnen. Ein Mann vergisst seine Freunde nicht – und ganz abgesehen davon sind es zwei wirklich tolle Mods.
Gibt es bestimmte Modder, denen du für ihre Hilfe und Unterstützung danken willst?
Das sind wohl zu viele, um sie alle aufzuzählen. Es sind nicht unbedingt Modder. Ich möchte auf jeden Fall allen danken, die irgendwie geholfen haben – sei es nun durch Betreuung der Mod-Seiten, Beiträge zum Wiki oder Bearbeitung von Bug-Reports. Denn eines der Dinge, die man dir vorher nicht über das Leben als erfolgreicher Mod-Autor verrät, ist, dass du für den Rest deines Lebens Kundendienstfragen beantworten musst. Wenn andere Leute dir dabei helfen, fühlt es sich viel weniger wie eine Last und mehr wie ein Community-Projekt an. Falls ihr also bei einer dieser oben erwähnten Tätigkeiten geholfen gehabt, dann gebührt euch mein milliardenfacher Dank. Ich würde euch Medaillen verleihen, aber das Olympische Komitee hat Modden leider immer noch nicht als olympische Sportart anerkannt.
Ich halte es auch für wichtig, die Sprecher hervorzuheben, die ihre Zeit opfern und sich so viel Mühe geben. Es sind ihre Stimmen, die den erzählten Geschichten Leben einhauchen. Die Sprecher werden oft übersehen und nicht ausreichend gewürdigt, sogar von mir, und ich wünschte mir, dass dem nicht so wäre. Deshalb ein herzliches Dankeschön an sie alle.
Willst du sonst noch was loswerden?
Wenn ich hier eine kleine Rede schwingen darf, dann möchte ich die Leute daran erinnern, dass das Modden von Spielen keine Selbstverständlichkeit ist. Es ist ein unglaubliches Privileg, auf das wir keinen Anspruch haben. Was Bethesda da in den letzten zwei Jahrzehnten gemacht hat, ist ein erstaunliches Geschenk. Kein anderer Entwickler hängt sich dermaßen rein, die Tools und Erlaubnisse anzubieten, damit wir seine Kreationen modifizieren können. Die meisten Künstler wollen ihre Werke schützen – und Spielentwickler sind auf jeden Fall Künstler. Dennoch gibt es hier eine Firma, die uns nicht nur ihre Kunst modifizieren lässt, sondern uns sogar dazu ermutigt.
Man stelle sich nur vor, HBO würde dahergelaufene Leute auf das Set von Game of Thrones spazieren lassen, damit sie Jon Snow die Haare abschneiden oder Rickon durch einen Kohlkopf ersetzen. Es wäre undenkbar. Aber Bethesda lässt uns einfach machen, wofür man ihnen tagtäglich dankbar sein sollte.
Verpasst nicht unser letztes Modder-Interview und haltet in Zukunft auf Bethesda.net nach weiteren Gesprächen mit Mod-Machern Ausschau.